Der Weg zum gesunden Sportverein

Einen Verein gesundheitsorientiert ausrichten - (Leider) mehr als ein Tag Arbeit

Wichtig ist es, die Grundidee der Gesundheitsorientierung für den Verein zu konkretisieren und zur Chefsache zu machen. Gesundheit geht alle im Verein an - daher sollten die Pläne hierzu frühzeitig und mit dem Ziel, die Mitglieder mitzunehmen, kommuniziert werden: Ideen und Wünsche der Mitglieder sind ausdrücklich erwünscht!
Vielfalt und Qualität der Angebote sowie die Kompetenz der Betreuung im Verein sind Kriterien, warum Sportler*innen immer weiter Sport im gewohnten Umfeld treiben. Sie haben Spaß und kommen gerne zum Vereinsangebot. Diese oftmals langfristige Bindung bringt kontinuierliche Bewegung mit sich und sorgt so für nachhaltige Gesundheitsaspekte beim Sporttreiben.

Der Betriebssportverein kann mehr als „nur“ ein Anbieter oder Dienstleister für Bewegung und Sport sein. Der Verein ist ein fester Treffpunkt und bietet Möglichkeiten für Gespräche, Ideenaustausch und Unterstützung. Der Verein gibt Vielen das Gefühl willkommen und eingebunden zu sein - sie sind Teil des Vereins.
Hervorzuheben ist, dass genau dieses soziale Miteinander einen positiven Einfluss auf die Gesundheit jedes Einzelnen hat. Somit trägt nicht nur jedes Bewegungsangebot zur gesundheitsorientierten Vereinskultur bei, sondern maßgeblich auch das Vereinsleben.
In der Arbeitswelt wird das soziale Miteinander durch Gruppenevents unter Kollegen/Kolleginnen gefördert. Möglichkeiten zum Austausch in der Kaffeeküche fördern die Kommunikation untereinander.

Ausgangssituation - Der erste Kontakt

Während die Nachfrage nach gesunden Sportangeboten auch im Betriebssportverein steigt, sinkt in der Bevölkerung die Beliebtheit von wettkampforientierten Sportarten zunehmend. Das Bewußtsein um den demographischen Wandel und die Tatsache, dass wir immer älter werden, verstärkt das Streben nach Gesundheit im Alter. Daher machen sich immer mehr Vereine auf den Weg: Sie bieten verstärkt gesundheitsorientierte Angebote an und ziehen sich aus den Fachsportarten zurück.
Dies ist oftmals der erste Kontakt mit dem Thema Gesundheit im Verein. Vereine orientieren sich an den neuen Bedürfnissen der Mitglieder, um weiterhin attraktive Partner zu bleiben und die Mitglieder zu halten.
Mit den Bewegungsangeboten wird maßgeblich die körperliche Gesundheit trainiert – und das kann der Verein in der Regel sehr gut umsetzen.
Aber unsere Gesundheit besteht aus mehr als nur körperlicher Gesundheit! Auch die geistige und seelische Gesundheit können Vereine sich als Gesundheitsziel vornehmen.

Analyse, Konzeption, Ideen und Unterstützung bei der Umsetzung

Benötigt werden ein Konzept und Ideen, was der Verein unter Gesundheit alles versteht und wo der Fokus liegt. Ähnlich wie der Vereinszweck, verankert in der Satzung, kann Gesundheit eine Leitidee des Vereins sein und sollte sich im ganzen Verein, und nicht nur bei den Bewegungsangeboten, wiederfinden.
Diese für Vereine oftmals neue Idee sollte zumindest in den Anfängen durch eine*n (externe*n) Expert*in (siehe unten: Vereinsberatung) begleitet werden. Gerade zu Beginn des Projektes ist es bedeutend, eine solide Basis zu schaffen, auf der aufgebaut werden kann, die aber auch Entwicklungsfreiheiten zulässt.

Weitere gesundheitsfördernde Aspekte kann der Verein durch Maßnahmen innerhalb der Organisation ohne großen Aufwand oder Kosten beeinflussen. Denn bereits Modifikationen der Organisationsstruktur können dazu führen, dass sich Einzelne besser aufgehoben fühlen und sich nicht mehr so oft ärgern müssen. Auch das ist schon gesundheitsrelevant!
Die Frage nach den Dingen, die Mitglieder oder ehrenamtlich Engagierte im Verein nerven, gibt Aufschluss darüber, was die Menschen auch krankmachen kann. Daher ist ein offenes Ohr stets wichtig und kann Stimmungen im Verein wahrnehmen und entsprechend gegensteuern. Engagierte im Verein, die sich genau um diese (Gesundheits-)Bedürfnisse von weiteren Engagierten und auch Mitgliedern kümmern, sind wie die Schmiere im Gelenk – ohne sie knirscht es und führt langfristig zu Problemen. Gibt es so Jemanden in Ihrem Verein? Der Landessportbund NRW bietet Qualifikationsmöglichkeiten für Interessierte an.
Eine systematische Herangehensweise an das Thema zur Stärkung der Gesundheitsressourcen im Verein gibt die notwendigen Strukturen. Einzelaktionen wie ein Gesundheitstag werden zwar gern durchgeführt, bringen aber langfristig nicht viel, wenn danach alles im alten Trott weitergeht. Denn „wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern“ hat Sebastian Kneipp bereits im 19. Jahrhundert bemerkt.
Damit der Verein auch künftig gut zum Thema Gesundheit aufgestellt ist, bauen Sie sich ein Netzwerk auf, wo der Verein ein kompetenter Partner ist und anderen helfen kann, aber auch selber Unterstützung bekommen kann. Denn gemeinsam schafft man viel mehr!

Weiterführende Informationen

Vereinsberatung - externe Expert*in für die Anfangsphase

Sportehrenamt NRW - Informationen, Qualifizierung und mehr

Programmschwerpunkt "Gesundheit leben im Sportverein" beim LSB NRW

Broschüre "Handout Workshop_Gesundheit_leben_im_Sportverein" bei VIBSS.de